Editorial Oktober 2009

Liebe Leserinnen und Leser,

der Herbst ist da und mit ihm kommt vom 14.-18. Oktober die Buchmesse in Frankfurt.

Diese mal bin ich dabei und freue mich schon, einige der Ansprechpartner in den Verlagen kennen zu lernen. Denn ohne sie würden wir hier nur einen Bruchteil der Bücher, nämlich nur die „privat“ gelesenen Exemplare besprechen und präsentieren.

Meistens suchen wir uns im Phantastik-Couch Team die Bücher, die wir vorstellen möchten, selber aus. Aber zuweilen bekommt man auch eine Neuerscheinung spontan zugeschickt.

So war unser „Buch des Monats“ Oktober, „Ich bin kein Serienkiller“ von Dan Wells einer dieser „Geheimtipps“ und für mich ein „Aha“-Erlebnis, wie tiefgründig Horrorliteratur tatsächlich sein kann. Dan Wells Debutroman spielt nicht nur mit den Ängsten, sondern mit der Erwartungshaltung des Lesers. Die philosophische Frage nach dem „wahren Bösen“ präsentiert sich hier in ungewöhnlicher Form.

Wir wollten mehr über Dan Wells und sein Romandebut erfahren und führten ein erhellendes Gespräch mit dem Autor. Lesen Sie hier welche, welche beunruhigenden Gedanken sich die Familie des Autors über ihn und seine Arbeit macht.

Wie stellen Sie sich eigentlich das Ende der Welt vor?

In der heutigen Zeit sind es vor allem zwei Institutionen, die ein klares Bild vom Weltenende entwerfen, die Religionen und die Literaten.

Die Christen erwarten am Ende aller Tage die Auferstehung Jesu Christi und das jüngste Gericht.

Und genau das geschieht in Ralf Isaus neuestem Werk „Messias“ in Irland. In einer Klosterkirche im County Kilkenny erscheint ein Mann mit Kreuzigungsmalen und Dornenkrone – und verkündigt in hebräischer Sprache das Nahen des jüngsten Gerichts.

Doch das hat offenbar nicht mit dem „schärftsen Kettenhund seiner Heiligkeit“ Hester McAteer gerechnet. Was „Messias“ zu einem Kirchenthriller der besonderen Art macht, ist seine Originalität, sein Witz und eine Fülle kauziger Iren, die sich vor dem Weltenende noch ein Guinness genehmigen.

Auch die Maya philosophierten über dieses Thema. Konkret äußerten sie sich zum Zeitpunkt, der für uns gar nicht so weit entfernt liegt – der 21. Dezember 2012.

In Brian D’Amatos Werk „2012 – Das Ende aller Zeiten“ spielt ein Nachfahre das „Opferspiel“, mit dem man die Wahrscheinlichkeit von Ereignissen berechnen kann. Und dann erfährt Jed DeLanda von einem Maya-Codex , der nun lesbar geworden ist und gespenstisch genaue Vorhersagen macht.

„2012 – Das Ende aller Zeiten“ präsentiert eine interessante Mischung aus Mayaroman und SF, der mit 896 Seiten kompakt daher kommt – sich aber sicherlich nicht bis zum Datum der Apokalypse zieht.

Ab Oktober erscheint uns das Wetter zuweilen endzeitlich. Mit inspirierender Lektüre lässt sich die kalte Jahreszeit gut überbrücken, und die finden Sie bestimmt auch im Oktober 2009 auf Ihrer Phantastik-Couch.

Gemütliche Lesestunden wünscht Ihnen

Eva Bergschneider

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