Schlapphüte in WoW
Massendatenspeicherung, Email-Überwachung, Zensur - das Internet, unsere liebste digitale Spielwiese, ist längst perfekt kontrolliert. Der Große Bruder ist hier keine Dystopie mehr, sondern gelebte Gegenwart. Und wir nehmen es in Kauf, mit Schulterzucken oder weil wir schlicht nichts zu verbergen haben.
Doch dass Foren, Chats, das Web 2.0 und andere Communities auch Tummelplätze für dunkle Gestalten sind, müssen wir leider immer häufiger lernen. Geschickt setzen auch extremistische Gruppierungen auf die Online-Verbreitung ihrer Botschaften. Wenn die Geheimdienst-Schlapphüte in ihrem Bemühen, bärtige Terror-Propheten oder glatzköpfige Gewalt-Demagogen zu fassen, auch gerne harmlosen Usern auf die digitalen Finger schauen und zwischendurch Zeit zum Nachdenken finden, machen sie sich so ihre Gedanken, sprich: sie entwerfen Szenarien möglicher Bedrohungen.
Welche neuen Felder der Überwachung nun auf CIA, MI5 und BND zukommen, darüber berichtet Wired am 15.9.2008 in seiner Online-Ausgabe: World of Warcraft. Dieses weltweit immens erfolgreiche MMPORG zieht der Thinktank des Pentagon heran, um aufzuzeigen, wo sich Terrorgruppen zu konspirativen Treffen sammeln und Anschläge planen könnten. Der Autor schreibt davon, dass das Pentagon zwar bislang keine Belege für derlei Aktivitäten in WoW sammeln konnte. Doch wegen der Schwierigkeiten, dieses weltweit verfügbare Spiel zu überwachen sowie der Anonymität der Accounts würden die Chef-Spione in Washington schon mal nervös werden. Und: Die wenigsten Angestellten der Spionage-Agenturen seien Schamanen auf Level 70.
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Tags: CIA, Pentagon, Überwachung, World of Warcraft
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