Problemleser
Es gibt ja diese Leute, die Promis hinterherschleichen und ihr ganzes Tun und Handeln auf das Leben von Hollywood-Stars ausrichten. Sie sammeln Zeitungsschnipsel, kennen alle Filme und Songs auswendig, wissen sogar über den Terminplan ihrer Idole Bescheid. Und so sind sie dann auch stets dabei, wenn Paris Hilton ihre lächerlichen Kläffer Gassi führt oder Mel Gibson sich einen auf die Lampe gießt.
Diese Extrem-Fans, die ihre Live-Starschnitte bis zur Selbstaufgabe lieben, wollen aber irgendwann von ihren Helden anerkannt werden, denn sie nehmen ja schließlich an allem teil, könnten Schmink- oder sogar Beziehungstipps geben. Aber wenn die dankende Umarmung nicht erfolgt, sind sie mangels Selbstbewusstsein schnell beleidigt. Manche gehen sogar bis hin zu einer Mordrohhung, weil sie sich von Madonna, Hugh Grant oder sonst einer Lichtgestalt der Unterhaltungsindustrie nicht geliebt fühlen.
Nun stehen Schriftsteller selten derart im Rampenlicht, und solange sie sich nicht allzu kritisch über politische oder religiöse Extreme äußern, können sie in aller Ruhe ihre Bücher schreiben. Promi-Stalker sind selten ein Problem. Wenn da nur nicht die Leser wären. Am schlimmsten scheinen die Leser von Science Fiction zu sein, und wie schlimm die sein können, dass musste Marcus Hammerschmidt, der Gewinner des diesjährigen Deutschen Science Fiction Preises, ganz offensichtlich am eigenen Leib erfahren.
Er hat darüber eine sehr lustige Glosse in Telepolis geschrieben, und zwar über die Typologie des Problemlesers im Internet.
Ruhm hat halt seinen Preis, Herr Hammerschmidt. ;-))
Einen phantastischen Tag wünscht
Frank Dudley
P.S.: Und wenn man gleich Problemleser ausfindig machen will, dann reicht ein Blick in den Telepolis-Forumsthread zu dem Artikel. Und ich dachte immer, Telepolis wird von der digitalen Intelligenzija gelesen ….
Zu diesem Thema gibt es einen Diskussionsthread im Phantastik-Couch-Forum
Tags: Marcus Hammerschmitt, Problemleser, Science-Fiction, Telepolis
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