Elvis, Burgerking und die Rosenkreuzer

Lange habe ich überlegt, wie ich den 30. Todestag des King of Rock’n'Roll hier unterbringen kann. Sein Song „Mystery Train“ reicht als Begründung kaum aus, genauso wenig wie sein Anti-Establishment-Hüftschwung. Für manche mag die Musik von Elvis Presley ohnehin der reine Horror sein, aber das ist eine Geschmacks- und keine Genrefrage. Artikel über Sänger wie Mark Medlock oder DJ Ötzi würden dann auch hier hin passen, denn die beiden scheinen einer Nachtmahr von Frankensteins Monster entsprungen zu sein.Also, heute vor 30 Jahren ist Elvis leider tot vom Klo gekippt. Seitdem sprießen die Verschwörungstheorien und Elvis-Sichtungen, denn viele seiner Fans meinen, die CIA hätte etwas mit seinem Tod zu tun gehabt. Er sei auch gar nicht tot, sondern ist nur in die Anonymität untergetaucht, weil er das Showbusiness satt-satt-satt hatte. Als Beweis für die letzte Vermutung werden die regelmäßigen Elvis-Sichtungen genannt. Wie zum Beispiel die aus dem Jahr 1988, als Louise Welling behauptete, ihn in einem Supermarkt in Vicksburg, Mississippi, gesehen zu haben. Und weil der Apfel nicht weit vom Stamm fällt, legte Mrs. Wellings Tochter nach: Elvis war im Burgerking von Kalamazoo, Michigan. Nun, dem King wurde schon zu Lebzeiten eine Vorliebe für Burger nachgesagt, das könnte also passen. Der US-Regisseur Adam Muskiewicz hat daraus eine Filmdokumentation gemacht, auf seiner Website gibt es auch noch eine lange Liste von Elvis-Sichtungen.

Weitaus weniger profan als diese angebliche Fastfood-Speisung sind die Verbindungen, die man Elvis zu den Rosenkreuzern nachsagt. Und das geht so: Tief religiös wie er war, hatte Presley eine starke Neigung zu Gospel-Songs entwickelt und war eigentlich ein Vorreiter des Christian Rock, der in den USA in bestimmten Kreisen heute so populär ist. Und manch einer stellt sogar direkte Vergleiche zwischen Elvis und Jesus her. Wie zum Beispiel, dass beide dasselbe Sternzeichen hatten (Steinbock), dass Jesus 40 Tage gefastet hat und auch Elvis extreme Essgewohnheiten an den Tag legte, oder dass der Heiland übers Wasser ging und „The King“ vor Hawaii gesurft ist.

Nun, auffällig ist jedenfalls, dass sich Elvis mit Ketten und Broschen schmückte, die die Symbole der Rosenkreuzer und Templer trugen. Diese Website hat ein paar hübsche angebliche Beweisfotos. Dort stellt man auch diese sehr unbequemen Fragen:

„Warum hatte Elvis eine Vision von Jesus und Stalin, was hatte es mit der bizarren theosophischen Rede auf sich, die er vor dem Jaycee-Kommittee zwei Wochen nach seinem FBI-Besuch in Washington hielt? Hatte Elvis’ theosophisches Interesse etwas mit seinem Drogenproblem zu tun? War es Zufall, dass Elvis im selben Monat starb, in dem MKULTRA (CIA Gedankenkontrolle-Projekt), als der Senat davon erfuhr?“

Starker Tobak, hm, Dan Brown? Übrigens: Wann erscheint eigentlich Ihr nächster Roman? Bei Amazon ist er schon seeehr lange angekündigt … Also, Rosenkreuzer, die CIA und der King beim Burgerbrater – das sollte für einen Topp-Mysterythriller doch ausreichen, oder?

Apropos Gedankenkontrolle: Da gab’s doch dieses wunderschöne Lied von Elvis, „Suspicious Minds“. War’s etwa ein versteckter Hinweis auf die amerikanische Hirnpolizei? Kann man die Botschaft entschlüsseln, wenn man die LP rückwärts abspielt? Da hilft nur der Selbstversuch, gleich heute Abend mit der richtigen Singstar-DVD und der Playstation: „There you go again, asking where I’ve been …“ Yeah, baby.

Einen phantastischen Tag wünscht

Frank Dudley

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